hochzeitsbekleidung traditionen
HOCHZEITSBEKLEIDUNG TRADITIONEN

Hochzeitsbekleidung: Traditionen sind oft gar nicht so alt

Die Hochzeitsbekleidung für die Braut zeigt mit ihrer Geschichte, welche kulturelle Vielfalt es in den verschiedenen Zeitepochen gegeben hat. Farben und Formen waren einst sehr verschieden im Vergleich zu den heute üblichen Kleidungsstücken.

Schon das Brautkleid mit der dazugehörigen Kopfbedeckung hat zahlreiche Entwicklungsstufen durchlaufen. Es war ursprünglich gar nicht weiß. Vorher war es üblich, in ländlichen Regionen die Festtagstracht zu tragen, manchmal gab es sogar eine spezielle Hochzeitstracht.

Leser fanden dies hilfreich

Traditionelle Hochzeitsbekleidung in Thüringen


In Thüringen z. B. heiratete die Braut im Altenburger Land mit dem sogenannten Hormt, das eines der ältesten Trachtenstücke der Region ist. Es ist brautkronenähnlich und mit vergoldetem Silberschmuck behängt. Prachtvolle Exemplare des Hormt können im Altenburger Museum und im Thüringer Volkskundemuseum in Erfurt bewundert werden: Das dortige Stück stammt aus dem Jahr 1624.

Traditionelle Hochzeitsbekleidung im Schwarzwald


Die Brautkrone in vielen verschiedenen Ausführungen war unter anderem im Schwarzwald üblich. Dort wurde sie Schäppel genannt. Um sie zu verzieren wurden Papierblumen, Perlen, Glaskugeln und wertvolle Bänder verwendet. Jeder Ort hatte seine eigene Art die Brautkrone regionaltypisch zu gestalten. Im Schwarzwälder Trachtenmuseum in Haslach sind viele Brautkronen ausgestellt, die das anschaulich zeigen.

Oft war es sehr teuer, solch eine prachtvolle Brautkrone anzufertigen. Dann konnte sie gegen einen Obulus bei einer wohlhabenden Familie des Dorfes ausgeliehen werden. Die Brautkronen stellten einen Wert dar, der über Generationen vererbt wurde.

Traditionelle Hochzeitsbekleidung auf Trachtenfesten


Alle historischen Brautkopfbedeckungen können ab und zu bei größeren Trachtenfesten angesehen werden. Meist laufen im Umzug mehrere Brautpaare mit, die die Hochzeitsbekleidung vergangener Zeiten tragen. Auch Mitglieder von Trachtenvereinen heiraten manchmal in regionaltypischer Hochzeitstracht.

Bereits um 1850 hörte in vielen Regionen die Tradition der Trachtenmode auf. Die Braut trug dann am Hochzeitstag ein festliches Kleid, meist in dunklen Farbtönen oder ganz in Schwarz gehalten. Das unterstrich die Würde des Tages. Der Bräutigam trug einen guten Anzug, erst später kam der Zylinder dazu.

Tradition trifft auf Moderne: Weiße Hochzeitsbekleidung


Weiße Hochzeitsbekleidung für die Braut war zunächst ausschließlich in Adelskreisen üblich. Auf einem Gemälde von Peter Paul Rubens ist die Hochzeit der Maria de Medici dargestellt, die 1600 stattfand. Ihr Kleid auf dem Kunstwerk ist in hellen Tönen gehalten und mit Goldstickereien verziert.

In der Geschichte der Mode wird davon ausgegangen, dass genau jene Adelshochzeit den Anstoß für weiße Hochzeitsbekleidung für die Braut gab. Bereits im Jahre 1613 trat die Prinzessin Elisabeth von England in einem weißen Kleid vor den Traualtar. Es war aus Brokat gefertigt und mit Silberstickereien verziert.

Verschiedene Adelshochzeiten, vor allem im 19. Jahrhundert, griffen die weiße Hochzeitsbekleidung für die Braut auf. Nach 1900 heiraten auch Frauen bürgerlicher Gesellschaftsschichten in Weiß, allerdings kam dies zu Anfang nur vereinzelt vor.

Kommentare